Robert Claus betrachtet in seinem Beitrag für die Bundeszentrale für politische Bildung die hohe Relevanz von Sport für die extreme Rechte, in dem er einen Überblick über ihre sportlichen Aktivitäten gibt und daraus eine Gefahrenprognose ableitet.
Claus arbeitet aus der zugrundeliegenden Studie „Rechtsextremismus im Sport“ (Bundesinstitut für Sportwissenschaft) die Schwerpunkte Fußball, Dart, Kampfsport und Schießsport heraus.
„Alle vier Sportarten werden in extrem rechten Publikationen diskutiert, in den Sozialen Medien beworben und von extrem rechten Organisationen betrieben. Rechtsextreme sind dort als Trainer, Sportler und Ehrenamtliche aktiv. Sie nutzen den Sport als soziales und kulturelles Feld, um über die Angebote Nachwuchs zu rekrutieren, Räume zu dominieren und sich Kampftechniken für den politischen Straßenkampf anzueignen.“ (Claus, 2025)
Gefahrenlage: Vermittlung von Gewaltkompetenzen und fehlende Regulierung
Innerhalb des breiten Spektrums sportlicher Betätigungen extrem rechter Organisationen nehmen kampforientierte Sportarten eine zentrale Rolle ein. Zwar sind entsprechende Veranstaltungen seit 2019 faktisch untersagt, da Gerichte wiederholt feststellten, dass von ihnen eine Gefahr für die öffentliche Ordnung ausgeht (vgl. Verwaltungsgericht Dresden 2022). Häufig agieren diese Organisationen außerhalb der etablierten Sportverbände, entweder in Form kommerzieller Unternehmen oder als lose organisierte, freie Sportgruppen.
Organisationsstruktur
Sportarten, die in den Landessportbünden organisiert sind, verfügen in der Regel über eine ausgeprägte Verbandsstruktur. Demgegenüber sind Sportarten, die außerhalb dieser Strukturen agieren, deutlich schwächer organisiert. Dies betrifft insbesondere Disziplinen, die erst in jüngerer Zeit entstanden sind. Sie weisen häufig eine vergleichsweise geringe verbandliche Einbindung und Regulierung auf und eröffnen dadurch (teilweise unbeabsichtigt) Handlungsspielräume für extrem rechte Akteure. Besonders relevant ist dies für Bereiche der Mixed Martial Arts sowie für Outdoor-Hindernisläufe.
Fazit
„Rechtsextreme nutzen den Sport in mannigfaltiger Weise. Als Praxis dient er ihnen zur kulturellen Besetzung sozialer Räume, zur Rekrutierung von Nachwuchs sowie zur Finanzierung der eigenen Strukturen. Insbesondere die verschiedenen Disziplinen des Kampf- sowie des Schießsports werden dazu verwendet, sich Gewaltkompetenzen für den politischen Kampf und Angriffe auf Gegner*innen und demokratische Institutionen anzueignen.“ (Claus 2025)
Der Artikel „Rechtsextremismus im Sport“ von Robert Claus ist auf der bpb-Website am 04.09.2025 erschienen.
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