„Gesetzt den Fall, es gäbe das Beispiel einer Jugendgruppe auf einer Gruppenfreizeit, zu welcher Bilder im Netz kursieren, auf denen sie vertraut in die Kamera blicken, während eine Person den Hitlergruß zeigt. Kann mit diesen jungen Menschen pädagogisch gearbeitet werden, und was wäre zu tun? Wie könnte eine mögliche Distanzierungsarbeit hier ansetzen?
Ist dieser Artikel ein Plädoyer dafür, einen Hitlergruß zu ignorieren, okay zu finden oder zu „akzeptieren“? Nein. Plädiert er für das Verschweigen von und Ent-Öffentlichen neonazistischer Äußerungen von Jugendlichen durch pädagogische Fachkräfte? Nein. Alles das erledigt die notwendig antifaschistische Dimension der Profession in der post-faschistischen Gesellschaft. Der Hitlergruß ist strafbar und das aus gutem Grund. Nur folgt aus Strafe nicht logischerweise emanzipatorische Bildung. […]
Wofür an dieser Stelle also plädiert wird ist, den jugendlichen Hitlergruß verstehen zu wollen: biographisch, sozialisatorisch, habituell, (lokal-) gesellschaftlich – und hiervon ausgehend, einen kritischen Umgang im eigenen Handlungsraum zu entwickeln. […]“
Der Artikel „Keinen Gruß breit. Oder: Distanzierungsambitionen in Auseinandersetzung mit dem integrativen und sinnstiftenden Moment im Hitlergruß“ von Kai Dietrich ist in der corax-Ausgabe 3&4/2024 in der Rubrik „neue rechte“ erschienen.
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